
“Der ursprüngliche Learjet konnte schneller steigen als ein Kampfjet.”
Der Learjet 23 flog erstmals im Oktober 1963: zwei GE-CJ610-Turbojets, ein dünner Hochgeschwindigkeitsflügel aus einem Schweizer Jägerprojekt und fast keine Zugeständnisse an den Komfort. Er war schnell (Mach 0,82), unnachgiebig und stieg wie nichts, was der Zivilmarkt bisher gesehen hatte. Steigzeitrekorde wurden mit ihm aufgestellt, und die Piloten genossen es, den Fluglotsen mitzuteilen, sie könnten jede Höhe nehmen.
Der Jägervergleich bezieht sich meist auf die North American F-86 Sabre, einen Entwurf von 1949 mit einer anfänglichen Steigrate von etwa 9.000 ft/min auf Meereshöhe, aber weit schlechteren Leistungen in großer Höhe. Je nach Höhe, Beladung und gewählter Variante konnte der Learjet sie plausibel bis auf 40.000 ft schlagen. Insbesondere Sinatras Flugzeug soll in einem freundschaftlichen Wettrennen einen ausgestiegen haben – eine Behauptung, die nur in Memoiren existiert.
Gegen die F-4 Phantom, die in derselben Ära in Dienst ging (anfängliche Steigrate über 40.000 ft/min), war der Learjet Zuschauer. Die Legende versteht man also am besten als „stieg schneller als einige Jäger des vorherigen Jahrzehnts“, was für ein Geschäftsreiseflugzeug immer noch bemerkenswert war – und ein Zeichen dafür, wie viel der frühe Learjet seinen Piloten abverlangte. Seine Unfallbilanz im ersten Jahrzehnt war nicht gut.
Quellen: geaerospace.com · en.wikipedia.org
