FalschFlughäfen

“Ein Privatjet braucht eine Start-/Landebahn von mindestens 10.000 Fuß.”

Urteil: Die meisten Business-Jets kommen bei typischen Gewichten mit Start-/Landebahnen von 3.500–5.500 ft aus, Turboprops und Light Jets brauchen noch weniger. 10.000 ft Bahn braucht ein voll beladener Großraum-Airliner an einem heißen Tag. Selbst die größten Business-Jets – Global 7500, G700 – geben ausgewogene Startbahnlängen (Balanced Field Length) unter 6.000 ft an. Der ganze Sinn eines Privatjets besteht darin, am kleinen Flughafen in der Nähe des Ziels zu landen.

Veröffentlichte Startstrecken bei Höchstgewicht, Meereshöhe, Standardtag:

  • Pilatus PC-12 (Turboprop): etwa 2.600 ft
  • Cirrus Vision Jet: etwa 2.000 ft
  • Phenom 300E: etwa 3.200 ft
  • Citation CJ4: etwa 3.400 ft
  • Challenger 350: etwa 4.800 ft
  • Falcon 8X: etwa 6.000 ft
  • Global 7500: etwa 5.800 ft
  • Gulfstream G700: etwa 6.250 ft

Landestrecken sind in der Regel kürzer als Startstrecken. Heißes Wetter, große Höhe und schwere Treibstoffladungen verlängern den Bedarf – ein Abflug aus Aspen im Juli mit vollem Tank ist eine ganz andere Rechnung als ein Winterabflug auf Meereshöhe.

Der Mythos existiert, weil die Zahlen großer Jets für den ungünstigsten Fall zitiert werden. Eine Boeing 747 oder ein A380 bei Höchstgewicht kann 10.000 ft oder mehr brauchen. Business-Jets haben eine viel geringere Flächenbelastung und für ihre Größe leistungsstarke Triebwerke, sodass sie nur einen Bruchteil davon benötigen.

Von den rund 5.000 öffentlich nutzbaren Flughäfen in den USA bedienen Airlines etwa 500. Geschäftsflugzeuge können die meisten übrigen nutzen. Diese Erreichbarkeit, nicht der Champagner, ist das eigentliche Produkt.

Quellen: gulfstream.com · nbaa.org

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